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Das Mr.Big-Syndrom

Jede Frau hat einen Mr. Big. Mr. Bigs, das sind jene Männer, bei denen es sofort „Klick“ macht in dem Moment, wenn wir sie das erste Mal sehen und von diesem Augenblick an werden sie auf irgendeine komische Art und Weise immer ein Teil unseres Lebens sein, selbst dann wenn sie schon lange kein Teil unseres Lebens mehr sind.

Sie werden der Maßstab sein, an dem wir von nun an alle weiteren Bekanntschaften messen werden. Und genau da liegt das Problem: Keine einzige Bekanntschaft wird jemals an dieses Gefühl herankommen, das unser Mr. Big in uns ausgelöst hat.

Doch das wird uns nicht davon abhalten, trotzdem den Versuch zu wagen, glücklich zu werden. Doch sobald diese Chance für uns immer näher zu rücken scheint, wir fast schon am Ziel angekommen sind, steht er plötzlich wieder vor uns. Ganz unerwartet. Fast so, als würde er verhindern wollen, dass wir mit einem anderen glücklich werden. Er schafft es wieder einmal, unsere Gefühlswelt so durcheinander zu bringen, dass wir an unserem neuen Glück zu zweifeln beginnen. Eine Katastrophe mündet in die nächste und schon ist das neue Glück wieder verflogen. Doch für die kurze Zeit danach macht es uns nichts aus, denn Mr. Big ist da, legt seine Arme schützend um uns, tröstet uns. Und wieder blüht die Hoffnung in uns auf, dass nun doch noch alles gut wird – zusammen mit Mr. Big.

Doch sobald alles droht in eine Regelmäßigkeit, einen Hauch von Sicherheit abzudriften, ist er wieder verschwunden. So plötzlich er auftauchte, so plötzlich wird er wieder untertauchen. Und wer weiß, wann man ihm in diesem großen Gefühlsozean wieder begegnen wird. Doch die Sicherheit, dass man ihm wieder begegnen wird ist auf alle Fälle gegeben.

Die Sicherheit der Unsicherheit ist vielleicht immer noch besser, als gar keine Sicherheit. Wir geben uns diesem Gefühlswirrwarr hin, weil wir keine andere Chance haben. Wir haben es uns nicht ausgesucht und genauso wenig können wir etwas daran ändern. Es ist, wie es ist. Und doch glaube ich, dass wir nicht einmal etwas daran ändern würden, selbst wenn wir es könnten. Wir brauchen das Komplizierte so sehr, dass wir uns irgendwann nicht mehr mit den einfachen Dingen zufrieden geben können. Wir sind süchtig nach dem Schmerz, sind süchtig nach dem Abenteuer. Es ist das ewige Fahren in einer Gefühlsachterbahn. Wir wissen noch zu genau, wie schlecht uns nach der letzten Fahrt war, doch bei der nächsten Fahrt steigen wir sofort wieder ein. Wir brauchen dieses Gefühl, den Adrenalinkick, der durch unseren Körper dringt, kurz bevor die Achterbahn nach unten fährt und uns zumindest für einen kurzen Moment diese unglaubliche Zufriedenheit bringt.

Vielleicht setzen wir uns dem Schmerz aber auch nur deshalb aus, weil wir zu viel Angst vor den echten Schmerzen haben. Wir gehen den echten Beziehungsproblemen aus dem Weg, indem wir uns an einen Mr. Big krallen, mit dem es keine Beziehung gibt. Es gibt keine Beziehungsstreitereien, keine Worte, die lieber hätten unausgesprochen bleiben sollen. Auch der Angst, ihn für immer zu verlieren gehen wir so aus dem Weg. Da wir ihn nie ganz hatten, können wir ihn auch nie ganz verlieren. Er wird immer unser Mr. Big bleiben... .

14.6.08 17:55
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


neologist / Website (14.6.08 18:07)
Toller Eintrag


Toppi (9.6.13 11:17)
Genau SO ist es!


(16.2.14 20:57)
und was kann man dagegen tun?

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