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Kommunikationsprobleme und Ersatzfahrpläne

Wir Frauen haben ein großes Talent dafür, ständig auf Dinge zu warten, nur um festzustellen, dass wir bitter enttäuscht werden. Doch worin genau liegt der Fehler?

Der Fehler liegt darin, dass wir ständig von uns auf andere schließen. Wir denken, nur weil wir fähig dazu sind, über eine Millionen Ecken zu denken, sind Männer das auch! Doch das sind sie nicht. Wir Frauen wir orientieren uns am Komplizierten. Es fängt schon bei der Kommunikation an. Wenn eine Frau zu einem Mann sagt „Nein, ich möchte keine Beziehung mit dir!“ dann kann das heißen, dass sie keine Beziehung mit diesem Mann möchte (kommt selten vor), es kann auch heißen „ich möchte keine BEZIEHUNG mit dir“ (aber für alles andere bin ich offen – das ist die moderne Frau von heute), es kann aber genauso heißen „ich will dich und keinen anderen!“ (ich sage es dir nur nicht, weil ich nicht auf die Fresse fliegen möchte). Mann versteht „Aha, Frau möchte keine Beziehung mit mir – alles klar!“

So, nehmen wir an, frau hat gelogen – nein, Frauen lügen nicht – Frau hat nicht die ganze Wahrheit gesagt und will doch eine Beziehung. Dann wird sie – nachdem sie diesen Satz ausgesprochen hat –sich zuhause hinsetzen und warten. Sie wartet darauf, dass er überraschenderweise doch noch vor ihrer Türe stehen wird mit Blumen und Schokolade und sagen wird „Ich liebe Dich!“ Doch warum sollte Mann das tun?! Mann denkt pragmatisch. Frau will keine Beziehung – Frau liebt mich nicht – Sache abgehakt – auf zur Nächsten. Klar. Warum sollte er sinnlos Zeit verschwenden?

Ein Mann kann nur in zwei Richtungen denken. Für einen Mann gibt es ein Ja oder ein Nein, aber keine Millionen Stufen dazwischen. Vielleicht liegt es auch daran, dass Frauen allgemein eine komplexere Kommunikation haben. Frauen reden viel und gerne, schmücken gerne aus, reden gerne um den heißen Brei herum. Männer dagegen stehen eher auf unkomplizierte Kommunikation. Frau sagt „Ach und da war dieses tolle Restaurant, von dem hat mir Tanja letztens erst erzählt, die war da mit ihrem Freund Thomas, weißt schon der große mit den dunklen Haaren, essen. Stundenlang hat sie von diesem tollen Essen geschwärmt!“ und möchte doch damit eigentlich nur sagen „Liebling, komm wir gehen dahin essen!“ Mann schaltet ab spätestens nach „von dem hat mir Tanja erzählt“ schließlich müsste er sonst noch anfangen darüber nachzudenken, wer jetzt wieder Tanja ist. Man muss Männern kurze prägnante Schlagwörter geben, damit ihr Gehirn nicht abschaltet. Kurze Informationen. „Schatz, Essen, jetzt!“ Aber was Frau damit erreichen möchte ist ja nicht, dass man Essen geht, sondern dass ER so zuvorkommend ist und sagt „Ach, Liebling, komm ich lad dich zum Essen ein!“ nur damit sie erzählen kann „Ach, mein Schatz letztens wieder, hat er mich doch tatsächlich spontan zum Essen eingeladen!“ Funktioniert nur leider in den seltensten Fällen. Aber dann hinterher enttäuscht sein und sich fragen, warum dieser Mistkerl so ein absoluter emotionaler Trampel ist. So bekommt sie als Antwort einfach nur ein „Aha!“ und schwupps dreht er sich wieder zum Fernseher um, während sie – die Tränen unterdrückend – ihm einen letzten bösen Blick zuwirft, bevor sie laut die Türe zum Schlafzimmer zuknallt, um sich darin vor der Boshaftigkeit der Männer zu verstecken.

Wenn wir genauer darüber nachdenken würden – wozu wir sonst eigentlich doch so gut in der Lage sind über jeden Firlefanz bis zum Erbrechen nachzudenken – würde uns auffallen, dass es nicht die Männer sind, die uns enttäuschen, sondern im Grunde genommen wir selbst!

Wir werfen den Männern vor, sie würden uns nicht verstehen, dabei ist es umgekehrt kein Stückchen besser! Wir verstehen nicht, warum Mann unsere Andeutungen nicht versteht. Es ist ganz einfach: Sein Gehirn ist nicht dazu in der Lage, Verknüpfungen zu erstellen zwischen eigentlich unzusammenhängenden Dingen. Sie sind die logisch Denkenden, die Vernünftigen. Alles, was sich der Vernunft entzieht, können Männer einfach nicht wahrnehmen.

Männer machen es sich einfach auf dem großen Bahnhof des Lebens. Sie wissen „Ich möchte nach München fahren.“ Sie werfen einen Blick auf den Fahrplan „Ah, nächster Zug geht um 14.30 Uhr, gut den erwisch ich noch, Gleis 12, super!“ Fünf Minuten später sitzen sie im Zug nach München, der um 14.30 Uhr an Gleis 12 abfährt, drei Stunden später kommen sie in München an und sagen „Super, hier wollt ich hin!“ Frauen dagegen stehen erst einmal drei Stunden vor dem Fahrplan und schauen sich die vielen Auswahlmöglichkeiten an. „Zug nach München, dann geht noch einer nach Frankfurt, ein ICE nach Hamburg, aja...“ Dann kommt das Problem, dass sie sich nicht entscheiden können, wo sie nun denn hinfahren möchten und vor allem, um wie viel Uhr sie denn nun fahren möchten und ICE oder doch lieber mit dem Regionalexpress? Oder bleiben sie doch lieber am Bahnhof und gehen in den vielen Bahnhofsläden erst mal ne Runde shoppen. Haben sie sich dann doch mal entschieden, stehen sie am Gleis, auf den Zug wartend und beginnen schon wieder zu zweifeln. Doch oftmals denken sie sich: „Na ja, wo ein Zug hinfährt, fährt auch wieder einer zurück“, riskieren mal was und steigen ein. Und genau so denken Frauen. In Alternativen. Sie haben immer noch einen Ersatzfahrplan in der Jackentasche, nur für den Fall der Fälle. Wäre eine Frau Vorsitzende der Bahn AG, würde es selbst Herrn Müller nichts ausmachen, dass der ICE nach Hamburg, wo er einen wichtigen Termin hat, ne Stunde Verspätung hat, denn ein Ersatz-ICE steht gleich am Gleis gegenüber bereit zur Abfahrt nach Hamburg! 

Es ist eine gewisse Art von Selbstschutz. Frauen müssen sich emotional in Sicherheit fühlen. Frauen möchten nicht in diese Opferrolle verfallen. Die moderne Frau von heute ist emanzipiert, stark, eine Heldin. Schmerzen passen nicht ganz in dieses moderne Bild der Frau. Und so brauchen Frauen einen Ersatzfahrplan. Deshalb sagen Frauen „Ich will keine Beziehung“ und meinen aber „Ich kann ohne dich nicht leben“. Damit sie im Fall der Fälle nicht verletzt werden können. Würde sie sagen, was sie wirklich fühlt, würde sie sich damit der Gefahr aussetzen, tatsächlich enttäuscht zu werden. Sie zeigt ihm, dass sie auf emotionale Weise von ihm abhängig ist, er Macht über sie hat und dieser Macht wollen sie sich unter keinen Umständen aussetzen. Und hier ist der nächste Fehler und wieder gelingt es den Frauen nicht – trotz der Fähigkeit zu komplexem Denken – mal daran zu denken, dass Frau möglicherweise auch Macht über den Mann hat und er genauso verletzlich sein könnte. Denn das moderne Bild vom Mann entspricht noch dem gleichen Bild von damals – dem Helden. Dem unverletzlichen, starken Mann. Der „ein Indianer kennt keinen Schmerz“ und „Männer weinen nie“ Mann. Es entzieht sich uns jeglicher Vorstellungskraft, dass er möglicherweise genauso verletzbar ist, wie wir es sind. Und das hat zur logischen Konsequenz, dass wir uns lieber selbst wehtun, als uns der Gefahr auszusetzen, uns möglicherweise von einem Mann wehtun zu lassen. Und sagen lieber „Na ja, an Gleis 13 fährt ja gleich noch ein Zug...“ und kommen somit möglicherweise nie in den Genuss des Ortes, an dem wir angekommen wären, wenn wir zum richtigen Zeitpunkt in den richtigen Zug gestiegen wären...

4.7.08 01:44
 


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